Unten am Hafen


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Donnerstag, Oktober 11, 2007

Es waren die Zeiten als Karsquell-Bier noch schmeckte und vorallem als es jenes noch gab. Mit süßen 14 Jahren muss es gewesen sein, als unsere erste Reise zum Dünencamping Westerland nach Sylt ging. Ausgestattet mit dem Sommerferien-Ticket für damals 30 Mark ging es von Dänischenhagen nach Kiel und von dort mit der Bahn über Husum auf die Insel der Reichen. Auf dem Rücken die Klamotten und Isomatte, in der rechten die Tasche mit der Palette Aldi-Premium-Dosen-Bier und in der linken das im heimischen Garten getestete Iglozelt.
Nach dem Marsch vom Bahnhof zum Campingplatz hieß es bei der Rezeption ersteinmal die Einverständniserklärung der Eltern vorzeigen, denn zum kindischen Jugendcampingplatz, namens Dikjen-Deel, ein paar Kilometer weiter wollten wir nicht. Hey, wir hatten Bier und waren damals sicher richtig cool, auch wenn es das Wort damals in unserem Slang noch gar nicht gab und ich sicherlich nicht der wirkliche Checker war, den hatten wir aber auch dabei und so waren die Frauenkontakte ein halbwegs Leichtes.
Sinnigerweise tranken wir das beim Aufmachen der Dose automatisch schale Bier bereits mit der knallenden Mittagssonne um eben diese Wirkung auch bei unseren Körpern feststellen zu dürfen. Es muss sich auch um diese Zeit gehandelt haben, als ein paar hübsche Mädels in unmittelbarer Nähe von uns ihr Gepäck in der Dünenlandschaft abluden. Mit Übereifer setzte sich der Checker von uns, ich war schon damals eher der Frauenversteher, zu unseren neuen Nachbarn und half beim Aufbau ihrer Zelte, ich dann übrigens auch!
Durch das somit früh gebrochene Eis konnten wir die Damen auch in unsere Abendplanung miteinbeziehen, diese war zwar unähnlich dem schon oben erwähnten Mittagessen („zweimal drei Bier sind auch ne Mahlzeit mit Naschtisch“), doch meist ging es zunächst an den Strand um in den Strandkörben beisammen zu sitzen und aus dem „Kasentoaster“ die Hosen oder passenderweise auch mal die Ärzte mit „Westerland“ zu hören. Da Strandkörbe ja bekanntlich „Zweisitzer“ sind kam man, für unsere damalige Verhältnisse, dem anderen Geschlecht ganz schön nah, ernsthaft!
Erwähnenswert sei nun meine Sitznachbarin Anne. Anne kam aus Moers einem Ort, von dem ich als damaliger Sport-Bild-Abonnements-Leser, nur wusste, dass es dort einen Volleyball-Verein gibt, der in der ersten Liga spielt.
Nun gut, darum geht es ja nicht, sondern um laue Sommerabende auf dieser Nordseeinsel, um Schlafen unter freiem Himmel und zählen von Sternschnuppen, von denen es bei klaren Sylter Nächten so einige gab. Und natürlich ging es um Anne, sie war nett, sah hübsch aus UND ihr Schlafsack lag im Sand neben meinem, ein absolutes Highlight für mich. Fragt mich nicht über was wir uns unterhalten haben, aber es ging ziemlich lange und sie lispelte so süß... Im Halbschlaf, jedoch mit pochendem Herzen, gingen unsere Hände auf Erkundungstour. Nein, nicht wie der notgeile Leser nun vermuten wird, aber es ging zumindest unters T-Shirt, aber nicht an die Front... seite, sondern über den Rücken und das war damals schon das Maß aller Dinge und ja, ich war ein Spätzünder, aber Anne dann ja auch... Küssen war aber trotzdem drin. (und meine Massagekünste werden noch heute von der Frauenwelt meiner Freundin gelobt!)

Nach ein paar Tagen war dann diese "Sommerliebe" auch vorbei, denn ein neues Schuljahr stand vor der Tür. Immerhin Adressen hatten wir ausgetauscht und in den Folgewochen gab es einen regen Briefaustausch zwischen Schleswig-Holstein und dem Ruhrpott. Doch dann kam nix mehr, erst eine Woche, dann zwei, dann drei und irgendwann hatte ich die Hoffnung aufgegeben, so sind Frauen nunmal, damals und heute genauso...

zu “Brieffreundin”

  1. # Blogger menace

    Frauenversteher, Massagekünste, Sterne zählen...Ja du bist ein Romantiker, und erst jetzt wird mir klar, warum du bei einem späteren Sylturlaub (2004) geweint hast, als wir Dein "Zelt der Erinnerungen" im Zuge haben liegen lassen, und es einfach so weiterfuhr...  

  2. # Anonymous Anonym

    Moers ist natürlich eine der Perlen
    des Niederrheins und gehört (knapp)
    nicht mehr zum Pott wohl aber (noch) zum KVR.  

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