Unten am Hafen


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Freitag, Juni 01, 2007

Erst letztes Wochenende stand der kleine Trendy bei mir in der Tür und überraschte mich mit einem Mitbringsel: Drei Klausurenhefte aus meiner alten Schulzeit. Wie er genau daran geraten ist konnte er auch nicht mehr sagen (Muss ich demnächst besser aufpassen, was er bei mir so mitgehen lässt). Egal, denn so kam ich in den Genuss mir mal alte Klausuren aus dem 13. Jahrgang anzusehen.

Bei meinen Deutschklausuren fiel mir erstens auf, dass ich schon immer gut schwafeln konnte (Wie schafft man es sonst über ein 30-Zeilen-Gedicht mehr als 1000 Wörter Interpretation zu schreiben?). Zweitens fiel mir Folgendes auf: Meine liebe Deutschlehrerin verdonnerte uns ja das ein ums andere mal dazu irgendwelche Romane zu Hause durchzuarbeiten: sprich durchzulesen.
Und da wir ja auch schon damals nicht die fleißigsten, aber dennoch nicht die dümmsten waren, nutzten wir die gerade erst aufkommende Vielfalt des neuentdeckten worldwidewebs: Anders als heute, wurde man damals bei der Eingabe eines Suchbegriffes nicht erst zu 20 dämlichen Werbeseiten und Bezahlseiten geschickt, sondern landete auf ganz tollen Seiten mit astrein geschriebenen Inhaltsangaben, und Personencharakterisierungen. Ewig langes Bücherlesen konnte man also nach fünf Minuten abhaken.
Schnell noch wild ein paar willkürliche Unterstreichungen ins Buch, und schon war man super vorbereitet für die nächste Deutschstunde. Meine Lehrerin schrieb mir dann immer ganz gerne folgenden Satz unter eigene Inhaltsangaben oder Klausuren:

Sie zeigen mit Ihrer Bearbeitung der Textstelle, dass sie sich ausführlich mit dem Roman beschäftigt und auseinandergesetzt haben. Sie arbeiten detalliert am Text und führen Belege an.

Ich beichte liebe Frau B.R.: Schon damals war ich von den von Ihnen befohlenen Lesebeispielen der Weltliteratur weniger angetan, als von ausgewogenem Schlaf am Nachmittag. Ich habe mir folglich nach dem Motto "Ein schlaues Pferd springt nicht höher, als es muss" mein Wissen erschlichen und verdiene Ihre Lobhymnen nicht. Bitte entschuldigen sie mein Vergehen, denn ich war einfach jung und brauchte das Geld!!!!

zu “Ich war jung und brauchte das Geld”

  1. # Anonymous olli

    Scheiße, bin ich alt ... Ich musste noch lesen. Oder tauschen. Oder bezahlen. Oder lieb kukken. Oder im Boden versinken, wie in der Deutsch-Abi-Prüfung, als ich das zu interpretierende Buch, weder gelesen, noch dabei hatte ...  

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