Unten am Hafen


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Freitag, März 09, 2007

Erst kürzlich hatte ich das Vergnügen in Kontakt mit einer Frau zu treten, die mir seit dem nicht mehr aus dem Kopf geht: Susi H.
Susi H. war schon in jungen Jahren ein sehr aufgewecktes Wesen, das wusste, was es wollte. Und mit Ihren erfahrenen 5 Jahren hatte sie auch gelernt, wie sie kriegte was sie wollte. Wenn es mit Papa zum Einkaufen zum Famila ging, dann durfte sie selbstverständlich im Einkaufswagen Platz nehmen. Was andere Menschen am Laufen so toll fanden, hatte sie schon in diesem Alter einfach nicht begreifen wollen. Und so stand sie dann, während Papa brav den Wagen schob, vorne am Gitter und dirigierte wohin der Weg gehen sollte. Die ersten Abteilungen mit Obst, Gemüse, und Milchwaren konnten sie nicht beeindrucken.
Nur wenn Papa eben in diesen Abteilungen mal wieder zu lange Preise von Äpfeln, oder Joghurts verglich, konnte ihr das schon mal ein böses ungeduldiges Grunzen entlocken. Viel zu groß war die Aufregung, denn sie wusste was in den nächsten Abteilungen kommen mochte. Einmal wäre sie vor Ungeduld fast aus dem Wagen gesprungen, um schon mal vorweg zu laufen, aber dann holte sie die Vernunft doch ein und sie wich im letzten Moment von diesem Gedanken und der unverhältnismäßig großen Anstrengung ab.
Während Papa dann den Wagen an Wursttheke und Käsestand vorbei in Richtung Kasse schob, drängte sie durch sanfte Schläge gegen das Gitter den Wagen auf die Rechte Seite, um ja die Süßwarenabteilung nicht zu verfehlen. Und Papa bog dann auch im rechten Moment rechts ab. Was blieb ihm auch anderes übrig. Schließlich war aus den sanften Schlägen mittlerweile wildes Getose geworden, so dass man meinen mochte, der Wagen würde jeden Moment umfallen.
Hier war es also wieder: Das Paradies. Während Papa noch entfernt andeutete:„Aber diesmal nicht so viel wie letztes Mal meine süße Prinzessin“, flogen schon die ersten zehn Milka Tafeln in den Wagen, denn die mochte Susi ganz besonders gern. Und außerdem waren die immer ideal in Greifhöhe, so dass man für diesen Erfolg gar nicht viel tun musste. So ging es dann auch beim Haribo etc. weiter. Und jedes Mal wenn Papa wieder die Hälfte zurücklegen wollte, fing sie fürchterlich an zu weinen und zu schreien. Susi H. wusste halt was sie wollte. Papa H. konnte dann nicht anders, als Ihrem Willen nachzukommen, denn eine andere Möglichkeit sah er nicht. Das hatte er schon viel zu lange vergeblich bei seiner Frau versucht, und war des Einspruchs müde. Außerdem sollte es seiner Prinzessin ja an nichts fehlen.

In der Grundschule war Susi H. dann eher Außenseiter. Irgendwie hatten die anderen Mädchen nur Interesse an Puppenspielen, Pferden und Malen. Das war nicht Ihr Ding. Ab und zu wurde sie von Klassenkammeraden gehänselt. „Hey, Dicke komm und fang mich.“ Was meinten die nur immer mit Dicke. Papa sagte immer nur „Du bist den Mädchen in deinem Alter halt schon voraus, und hast schon mehr weibliche Rundungen.“ Das und Zartbitter beruhigten sie.
Irgendwann kam sie in das Alter, wo alle Mädchen in der Klasse langsam einen Freund hatten. Wilden Geschichten horchte sie dann manchmal. Von Küssen, Fummeln, und Sex. Das hatte sie auch alles schon mal in der Bravo gelesen. Zu Hause probierte sie dann wenigstens den Zungenkuss mit der Ritter-Sport.
Ihren ersten wirklichen Zungenkuss hatte sie mit Rüdiger. Der hatte sie einfach in der großen Pause gefragt, ob er nicht mal mit ihr knutschen könne. Da war Susi sofort ganz aufgeregt gewesen, und musste in einer heimlichen Sekunde erstmal einen Beruhigungssnickers weghauen. Danach konnte sie ganz ruhig „ja“ sagen. Der Kuss dauerte dann etwa fünf Sekunden. Und irgendwie kicherten alle drumherum. Und irgendwie schmeckte der Zungenkuss mit der Schokolade auch besser. Und das Rüdiger dann genauso schnell weg war, wie er gekommen war, war auch eigenartig. Und das er dann von Thomas nen 50-Markschein in die Hand gedrückt bekam, hatte sie bis heute nicht verstanden.
Da Männer also schlechter küssten, als Ritter-Sport-Vollmilch, wollte Susi erstmal nichts mehr vom Küssen wissen. Ihren Abschluss machte sie dann im guten Mittelfeld, was allerdings sehr beachtlich war, da schon eine Menge Zeit für die Stressbewältigung draufging.

Zur bestandenen Abschlussprüfung wartete ihr Papa mit einer großen Überraschung auf. „So Prinzessin, ich habe dir eine Wohnung gekauft“ Ein gemütliches Einzimmerapartment im schönen Stadtteil Wandsbek. Hier fühlte sich Susi anfangs sehr wohl. Das Hochparterre bedeutete nur 5 Stufen zum laufen, und die Wohnung war von der Größe her derart gestaltet, dass sie nicht viel saubermachen musste. Da verlockte es natürlich sich alsbald aufs Wesentliche zu beschränken, und das Saubermachen ganz sein zu lassen.
Beruflich versuchte sich Susi dann mit Feng Shui. Das brauchte nicht viel Bewegung, und war schön gemütlich. Allerdings blieben ihr die Kunden aus. War natürlich gar nicht so schlimm, denn erstens blieb ihr dann allein sitzend auf der Matte mehr vom Knabberzeug, und finanziell war da ja immer noch Papa H., mit dem sie immer noch wöchentlich das Ritual des Einkaufens vollführte. In den Einkaufswagen passte sie zwar mittlerweile nicht mehr, aber die Milkas flogen immer noch genau so schnell, wie mit 5 Jahren...

Lies weiter in Teil 2

zu “Susi H. - Die Abrechnung: Part 1/2”

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